WERBUNG Neradin

30.08.2022


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Seit vielen Wochen wird nach der ZIB 1 um 19:30 fast täglich ein Werbespot für Neradin ausgestrahlt. Haben Sie sich schon mal überlegt, wieviele Kinder um diese Zeit allein oder mit ihren Eltern diese Werbung sehen ? Haben Sie sich schon mal überlegt, was sich diese Kinder dabei denken ? Was in ihnen vorgeht ? Was sie da von Erwachsenen halten ? Natürlich bringt Ihnen diese Werbung zur wirksamsten Sendezeit entsprechend hohe Einnahmen. Aber stellt das für den ORF wirklich oberste Priorität dar ? Müsste das Kindeswohl hunderttausender kleiner Zuseher, die jeden Abend damit bombardiert werden, nicht auch bei Ihnen Vorrang haben ? Wie können Sie das vor Ihrer eigenen kleinen Tochter, Ihrem eigenen kleinen Sohn, die da vor dem Fernseher damit beglückt werden, verantworten ? Und falls sie fragen (was noch ein Glück wäre) - wie würden Sie antworten ? Und wenn sie nicht fragen: Mit welchen Gefühlen lassen sie Ihre Kinder dann allein ?


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Entscheidung:

Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme von Neradin (TV-Spot) keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:

Die klare Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sprechen sich beim beanstandeten Werbespot von Neradin für keinen Grund zum Einschreiten aus.

Der Werbespot wirbt für das homöopathische Arzneimittel Neradin das u.a. auch bei Erektionsstörungen eingenommen werden kann. Dabei bringt ein Betroffener durch Methapern wie etwa „mein Motor springt nicht mehr an“, das Problem einem Freund zum Ausdruck. Dieser weist, laut eigener Erfahrung, auf Neradin zur Abhilfe hin. Bestätigt wird die gewünschte Wirkung schließlich von einer weiblichen Darstellerin mit den Worten „so macht’s wieder Spaß“.

Die Werbung lässt keine entwürdigende Darstellung von Personen im Hinblick auf das dargebotene Produkt erkennen. So können laut Werberäten und Werberätinnen, keine Gestaltungen und Aussagen erkannt werden, die Personen aufgrund einer sexuellen Schwäche, diskriminieren oder herabsetzen. Vielmehr wird durch den Spot das Thema Erektionsstörung sensibel angesprochen und mitunter versucht das Thema zu normalisieren. Als ein Lösungsvorschlag wird das beworbene Produkt vorgeschlagen.

Eine Verletzung des Ethik-Kodex der Werbewirtschaft wird nicht erkannt, weshalb sich der Österreichische Werberat für keinen Grund zum Einschreiten ausspricht.