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Werbekampagne "Österreich impft" / Verletzung der Integrität von Kindern durch Namensverwendung

01.02.2022


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Sehr geehrte Damen und Herren,

die neue Werbekampagne „Österreich impft“ verwendet (wie es öffentlich heißt „augenzwinkernd“) konkrete Vornamen für die neuesten Impfkampagnen. Die Werbekampagne wurde laut Medienberichten designt, um Jugendliche oder junge Erwachsene anzuregen sich impfen zu lassen, jedoch wird hier meiner Meinung nach eine völlig andere Botschaft gesendet.
Kam denn wirklich noch niemand auf den Gedanken, dass bereits Volksschulkinder solche Werbungen lesen können und durch das Lesen des eigenen Namens verstört werden können? Oder dachten Sie etwa, man könne Kindern in diesem Alter erklären, dass das nichts mit ihnen persönlich zu tun habe und dass sie dadurch NICHT zur Zielscheibe von Mobbing werden können? Sollen Kinder das Gefühl haben, etwas „falsch“ gemacht zu haben, oder wie es im Slogan so schön ausgedrückt wird „nicht dazuzugehören“ weil sie nicht geimpft sind? Obwohl Kinder unter 12 Jahren in Österreich von der Maßnahme 2G und der Impflicht ausgenommen sind??
Sollten sich Kinder auch noch mit Themen wie Eintrittstest, Zugangsbeschränkungen etc.. belasten? Ist die kindliche Psyche in den Corona-Zeiten nicht schon genug belastet worden?
Warum muss ich meinem Kind erklären, dass sein Name im Zusammenhang mit „Impfpflicht" oder gar „Impfverweigerung“ steht? Warum soll sich mein Kind schlecht fühlen, nur weil hier ein paar Menschen beim Erstellen und vor allem GENEHMIGEN der Kampagne nicht mitgedacht haben?
Ich fordere einen sofortigen Stopp der Kampagne! Hier wird nicht einer Spaltung der Gesellschaft entgegengewirkt sondern zusätzlich polemisiert! Leidtragende in dieser Pandemie sind wie so oft unsere Kinder! Lassen Sie hier die Kinder aus dem Spiel!
In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

anbei sende ich Ihnen die gewünschten Bilder und hier der Link zu einem Videoclip:

https://www.youtube.com/watch?v=_GRuKdkjoO4

https://www.youtube.com/watch?v=nI_Gs5JtvtE

 Die Werbemaßnahmen sind zum einen online auf Youtube zu sehen, als Werbeeinschaltung im ORF, andererseits auf Flyern im Univiertel sowie in Tageszeitungen.  

Besonders drastisch finde ich, dass „Jasmin“ im Video mit Kopftuch präsentiert wird. Das ist meiner Meinung nach diskriminierend. Einerseits wird eine automatische Verbindung des Namens „Jasmin“ zum „Islam“ gezogen (man bedenke, dass der Name Jasmin auch im nicht-islamischen Kontext häufig vorkommt), andererseits werden hier religiöse Symbole in die Impfthematik eingebaut, obwohl Religion hier nichts damit zu tun hat. Den Religionsbezug findet man auch nur bei dem Namen „Jasmin“, die anderen dargestellten Personen werden religionsfrei dargestellt. Des Weiteren frage ich mich, warum hier ausschließlich der Islam präsentiert wird, andere Weltreligionen aber nicht. 

In Summe gibt es hier bei diesen Werbemaßnahmen einige Grenzüberschreitungen. 

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen,

 


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Die eingebrachte Beschwerde wurde als offensichtlich unbegründet abgewiesen. Demnach stellen wir die Beschwerde ohne weiteres Verfahren ein (siehe auch Verfahrensordnung Artikel 9 (1), www.werberat.at/verfahrensordnung.aspx) .
Die Prüfung wurde von einem „Kleinen Senat“ (Artikel 9 (2)) durchgeführt und erfolgte auf Basis des Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft.
Der/die Beschwerdeführer/in wurde davon in Kenntnis gesetzt


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