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Werbung XXXLutz

08.09.2021


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Sehr geehrte Damen und Herrn,

ich möchte Sie über meine Kritik - und den daraus folgenden Schriftverkehr mit der Firma XXXLutz zum Werbespot "die königliche Nacht" informieren.

Ihre Meinung zu diesem Werbespot würde mich sehr interessieren.

Mit einem freundlichen Gruß


Jedes Mal, wenn ich den derzeit ausgestrahlten Werbespot über "die königliche Nacht" sehe wundert es mich, dass er nach wie vor ausgestrahlt werden darf.

Ich finde diesen Werbespot ausgesprochen frauenfeindlich, sexistisch, frauenabwertend - beleidigend. Es krampft mir jedes Mal, wenn ich den Werbespot sehe, den Magen zusammen.

Als Sozialpädagogin habe ich viele Jahre in einem Krisenzentrum gearbeitet - und ein Vater sagte einmal im Streit zu seinem damals 15jährigen Sohn: "Und die erste Nacht mit deiner Tochter gehört mir!" ......dieses Denken scheint es noch in den Köpfen mancher Männer zu geben und durch diesen Werbespot wird dies meiner Meinung nach noch verstärkt.

Vielleicht tragen Sie durch diesen Werbespot sogar dazu bei, dass dieses Denken bei manchen wiederbelebt wird.

Ich finde es unerträglich diesen Werbespot zur Hauptsendezeit im Fernsehen zu sehen und es wundert mich, dass es bisher keinen Aufschrei zum Verbieten dieses Werbespots gegeben hat.

Ich würde mir mehr Sensibilität bei der Auswahl der Themen von Werbespots wünschen - denn, nur um Aufmerksamkeit zu erhalten, sollten keine Werte "geopfert" werden.


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme (TV-Sujet) der XXXLutz KG keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:
Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen spricht sich beim Sujet „König“ vom XXXLutz für keinen Grund zum Einschreiten aus.

Das Einrichtungshaus wirbt mit dem TV-Spot für Qualitätsbetten und orientiert sich in der Handlung und Gestaltung einer mittelalterlichen Szenerie. Dabei wird auf das privilegium primae noctis, das Recht auf die erste Nacht durch eine herrschende Person – in diesem Fall vom König, gespielt von Papa-Lutz - angespielt. Verstärkt wird diese Anspielung durch die Reaktion der Freundin seines Sohnes. Bereits in der nächsten Sequenz wird die Situation auf überraschende Weise aufgelöst. Die humoristisch angelehnte Szenerie, in der weder Gewalt in physischer noch emotionaler Hinsicht dargestellt wird, ist als solche klar erkennbar. Aufgrund dessen ist auch eine Verharmlosung von Unterdrückung oder Gewalt nicht erkennbar.

HINWEIS: Es ist anzumerken, dass ein nicht unerheblicher Teil der Werberätinnen und Werberäte empfiehlt, in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen sensibler vorzugehen. In einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der es einerseits möglich ist, gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen vorzugehen, aber andererseits leider auch Entwicklungen gibt, die zu Rückschritten in der gesellschaftlichen Sicherheit von Frauen führt, sollte dieses Thema sensibler behandelt und dargestellt werden.


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