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FITINN Aktion „Spieglein, Spiegelein“

20.07.2021


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Die Fitnessstudiokette FITINN wirbt auf beleidigende und nicht zeitgemäße Art für neue Mitglieder. Ich habe ein Exemplar gesehen, welche andere Kanäle noch bespielt werden, weiß ich daher nicht.


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat spricht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme (Printsujet) der Firma FITINN die Aufforderung in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen oder einzelnen Sujets sensibler vorzugehen aus.

Begründung:
Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sieht im Hinblick auf das beanstandete Werbesujet den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft, vor allem des Artikels 1.2. „Ethik und Moral“ und des Artikels 1.1 „Allgemeine Werbegrundsätze“ nicht ausreichend sensibel umgesetzt.

Das beanstandete Sujet von FITINN wirbt mit dem Slogan „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist dein dickster Freund im Land?“. Die humoristische Überzeichnung des doppeldeutigen Wortlautes wird von den WerberätInnen erkannt. Dennoch wird für eine Sensibilisierung aller weiteren Werbelinien/Sujets plädiert, da durch den Wortlaut „dick“ ebenfalls eine Beleidigung, Abwertung bzw. Beurteilung von Personen anhand des Körpergewichts erzeugt werden kann. Schönheitsideale, Wettbewerbsdenken und eine Reduzierung auf das Körpergewicht, können dadurch verstärkt und in den Vordergrund gerückt werden.


Der Ethik-Kodex wird im Detail wie folgt verletzt:

Artikel 1.2. „Ethik und Moral“ wird in folgenden Punkten verletzt:

1.2.2. Werbung hat die menschliche Würde und Unversehrtheit der Person zu achten und darf diese nicht verletzten.

1.2.3. Werbung darf niemanden (mittelbar oder unmittelbar) diskriminieren oder Diskriminierung fördern. Besonderen Schutz vor Diskriminierung bedürfen dabei die Diversitätskerndimensionen.

Des Weiteren wurde eine Verletzung des Ethik-Kodex in Artikel 1.1 „Allgemeine Werbegrundsätze“ erkannt:

1.1.1. Werbung soll vom Grundsatz sozialer Verantwortung geprägt sein, insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen vor dem vollendeten 18. Lebensjahr.

1.1.5. Werbung darf nicht die Würde des Menschen verletzen, insbesondere durch entwürdigende oder diskriminierende Darstellungen.


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