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Burger King droht Greta mit Mara

30.09.2020


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Gestatten Sie mir, bitte, dass ich meine Beschwerde über die Burger-King-Werbung einbringe.

Gestern sah ich das Plakat mit dem Slogan „Eat this, Greta“. Das Sujet auf der linken Seite des Plakates zeigt einen drohend blickenden Mann der Mara, erkennbar an dem „m“ unter seinem rechten Auge, die „12“ unter seinem linken Auge benennt die Gruppierung, zu der er gehört, die Träne unter seinem rechten Mundwinkel steht für von ihm getötete Menschen. Maras handeln mit Waffen, Drogen, terrorisieren und töten Menschen, leichtfertig, ohne Skrupel, sie bekämpfen sich gegenseitig, das Leben hat bei ihnen nicht viel Wert. Ursprünglich entstanden sind die Gruppierungen aus jungen amerikanischen Einwanderern aus Mittelamerika, die aus den USA in ihre Heimatländer ausgewiesen wurden. Es drehte sich mir der Magen um – und ich bin kein Fastfood-Verächter -, als ich das Plakat sah. Für mich kam der Slogan an: „Friss das, Greta!“ oder stirb. Eat this, lässt sich nämlich auch einfach als „friss das“ übersetzen.

Zum Einstieg ein Focus-Artikel:
https://www.focus.de/politik/deutschland/immer-wieder-machen-sie-durch-ihre-brutalitaet-schlagzeilen-mara-salvatrucha-brutalste-gang-der-welt-bald-auch-in-deutschland_id_12167415.html

Heute sprach mich eine Bekannte auf das Plakat an, weil sie es als Drohung gegenüber Greta empfand. Ich hatte ihr vorher nicht von meinem Eindruck erzählt. Unser Gesprächsthema drehte sich vorher weder um Burger King noch um Werbung allgemein. Danke für Ihr Aufmerksamkeit. Mit freundlichen Grüßen


 

 


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme (Plakat/Citylight) der Fastfood-Kette Burger King keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:
Das beanstandete Sujet zeigt einen veganen Burger, einen jungen Protagonisten mit zahlreichen Tätowierungen im Gesicht sowie den Slogan „Eat this Greta“. Hierbei handelt es sich offenbar um eine Anspielung auf die Umwelt-Aktivistin Greta Thunberg.

Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen kann den Vorhalt, dass der Protagonist aufgrund seiner Tätowierungen einen gewalttätigen Eindruck hinterlässt, nicht nachvollziehen. Darüber hinaus wird der Slogan „Eat this Greta“ eher als Aufforderung gegenüber der Vegetarierin verstanden und nicht als Drohung, handelt es sich doch um einen pflanzenpassierten Burger. Aus diesem Grund betrachtet die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen die beanstandete Werbemaßnahme als unproblematisch und spricht sich für keinen Grund zum Einschreiten aus.

HINWEIS: Eine nicht unerhebliche Zahl der Werberäte und Werberätinnen spricht sich jedoch für die Aufforderung bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen künftig sensibler vorzugehen aus. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang vor allem, dass das beanstandete Sujet insgesamt dennoch einen aggressiven Eindruck hinterlässt, der vor allem aufgrund der Anspielung auf die junge Klima Aktivistin unpassend ist.


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