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Gröbi TV Spot

31.05.2020


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Dieser TV Spot wird schon sehr lange ausgestrahlt und jedes Mal "fehlen mir die Worte", wie dem Mann in dem besagten Spot. Eine Frau steigt im knappen Bikini bekleidet aus einem See, räkelt sich und schüttelt ihre Haare wie ein Bondgirl in alten James Bond-Filmen und der am Strand liegende Mann pfeift ihr ganz nach der alten Schule des "Cat-Calling" hinterher, was ihr offensichtlich gefällt. Auf das spielerische Ermahnen einer Tochter: "Geh, Papa" erwidert er nur mit "Bei Mama fehlen mir die Worte." Ich glaube, es bedarf keiner Erklärung, warum dieser Spot problematisch ist. Eine veraltete diskriminierende Praktik, das "Cat-Calling" und ein veraltetes Motiv der aus der, in Zeitlupe gefilmten, Wasser gehenden, leicht bekleideten Frau wird dazu noch vor Kindern reproduziert. Abgesehen davon wird ein ideales Schönheitsbild der schlanken Frau, die diese Figur angeblich davon hat, Gröbi zu trinken, suggeriert. Mich wundert es, dass diese Werbung immer noch ausgestrahlt werden darf und ich würde mich sehr über eine Untersuchung dieser Kampagne freuen.


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle des beanstandeten TV-Spots des Getränkeherstellers Gröbi keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:
Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sprechen sich für keinen Grund zum Einschreiten aus, da die Werbemaßnahme nicht primär darauf abzielt, die leicht bekleidete Frau als Blickfang zu benutzen. Diese wird im TV-Spot weder auf ihren Körper bzw. ihre Geschlechtsmerkmale reduziert, noch auf eine sexuelle Weise dargestellt, sondern vielmehr von ihrer Familie wertgeschätzt.

In dem beanstandeten TV-Spot wird die Situation eines typischen Familienausfluges an einen Badesee dargestellt, bei dem eine attraktive Frau aus dem Wasser steigt und dabei von ihrem Mann und ihren Kindern bewundert wird. Aufgrund der familiären Atmosphäre sieht die Mehrheit die Werbemaßnahme als unproblematisch. Darüber hinaus ist die Bekleidung der Dame für eine derartige Situation an einem Badesee nicht unangemessen. Es liegt somit keine sexuelle Darstellung vor, weshalb die Mehrzahl der Werberäte und Werberätinnen den TV-Spot als unproblematisch einstufen.

HINWEIS: Eine nicht unerhebliche Anzahl an Werberäten und Werberätinnen hat sich für eine Sensibilisierung der Werbemaßnahme ausgesprochen. Kritisch wird hier vor allem die Tatsache, dass in einer kurzen Aufnahme des Spots ausschließliche der Brustbereich der Frau gezeigt wird, gesehen. Darüber hinaus wird kritisiert, dass der Spot vermittelt, dass Mütter schön und attraktiv sein müssen und dadurch ein spezielles Rollenbild vorgeschrieben wird, welches kein Maßstab für die Gesellschaft sein sollte.


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