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Kampagne der Ärztkammer Wien

17.03.2020


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Sehr geehrter Werberat,

Werbung soll berühren, emotionalisieren und Werbung kann noch vieles mehr.

Keinesfalls soll sie auf eine Art schockieren wie die Kampagne der Ärztekammer Wien. Gesendet am 10. März 19.25 Uhr vor der ZiB. Hier zeigt man eine OP bei der man aus dem Bauchraum eines Patienten etwas entnimmt, aber das passiert alles ohne Narkose. Damit das für den Patienten „erträglich“ ist, hat man ihm ein Handtuch in den Mund gepresst, damit man nicht sein Schreien ertragen muss. Getoppt wird es dann von der Aussage „Unsere Spitäler brauchen mehr Fachkräfte“. Wie soll man Menschen das Gefühl geben, dass man im Krankenhaus gut aufgehoben ist, wenn solche Werbespots zugelassen werden. Für mich einfach inakzeptabel! Mit freundlichen Grüßen

 


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme (TV) der Ärztekammer für Wien keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:
Das beanstandete Sujet zeigt einen Patienten, der offensichtlich ohne entsprechende Narkose operiert wird und aus diesem Grund während der Behandlung starke Schmerzen verspürt. Die Ärztekammer für Wien möchte mit diesem Spot auf humoristische Weise auf den Ärzte- und Fachkräftemangel aufmerksam machen. Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen erkennt die satirische Überzeichnung des beanstandeten Sujets deutlich. Aus diesem Grunde kann der Vorhalt, dass hierbei mit der Angst von Patienten gespielt wird, nicht nachvollzogen werden. Die eindeutige Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen betrachtet die Werbemaßnahme deshalb als unproblematisch und spricht sich für keinen Grund zum Einschreiten aus.

 


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