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Wirtschaftskammer Wien - Spot auf facebook vom 13.9.2019

27.09.2019


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Verehrter Werberat, ich möchte mich über einen aktuellen FB-Werbespot der Wirtschaftskammer Wien beschweren, der für mich eindeutig den Tatbestand des Diskriminierung und Herabwürdigung (Neudeutsch: Bashing) von Deutschen und von sogenannten Influencern / Bloggern darstellt. Im ersten Teil stellt die pseudokomische Komödiantin Angelika Niedetzky in übertriebenem Hochdeutsch offensichtlich eine deutsche Modebloggerin / Influencerin dar, die natürlich kein Wienerisch versteht. Im weiteren Verlauf wechselt Frau Niedetzky dann in den Wiener Dialekt und erklärt in einem aggressiven Ton der offensichtlich "blöden" deutschen Influencerin, wie super die neuen Sprüche auf den Tüten / Sackerln in den Geschäften sind. Das ganze ist verstörend belehrend und aggressiv, also alles andere als komisch. Hier werden bewusst und sehr billig Klischees bemüht und auf Kosten von Deutschen ein Werbespot gezeigt (Kein Sketch, keine Comedy, sondern der Werbespot einer Wirtschaftskammer, in der auch viele Deutsche sind, die ihr Beiträge einzahlen, ebenso wie viele Influencer/innen. Das vemeintliche Ziel des Spots, den lokalen Handel anzukurbeln, wird verfehlt bzw. ist absichtlich Nebensache. Eher wird durch diesen Spot das Gegenteil erreicht, denn die angesprochenen Geschäfte von jungen Modedesignern und Taschen / Schuhdesignern sind gerade die, die sehr auf die Multiplikation und Kommunikation und Empfehlung durch Influencer angewiesen sind. Folgende Punkte will ich hier noch mal zusammenfassen: 1. Der Spot ist diskriminierend und herabwürdigend für Deutsche. Mit einer anderen Migrantengruppe (Serben, Türken, ja selbst Schweizer) würde das die WKO wohl nicht machen, denn das wäre ja Ausländerfeindlich, diskriminierend und politisch unkorrekt. Und dieses "Mit den Piefke kann man das ja machen" will ich so nicht mehr hinnehmen. 2. Der Spot ist eine Lächerlichmachung von Influencerinnen (und deren Berufsausübung) allgemein, die, wenn sie das Bloggen / Intsagrammen professionell betreiben in Österreich, selber einen Gewerbeschein haben müssen und selber WKO-Mitglied sein müssen. 3. Dieser Spot kann für mich nicht unter dem Deckmantel der Satire laufen, da es eben kein Sketch ist, sondern ein Werbespot der WKO Wien. 4. Der eigentliche Auftrag, nämlich mit diesem Spot die lokale Wirtschaft / Geschäfte zu unterstützen und zu stärken, wird absolut nicht erfüllt, der Spot ist eher kontraproduktiv, weil er ein wichtiges Kommunikationstool von KMUs und EPUs - die Influencer - ins Lächerliche zieht und damit diesen Berufsstand diskriminiert. Ich freue mich auf Ihr Feedback. Vielen Dank. Direktlink zum Spot mit den Kommentaren darunter. https://www.facebook.com/WKOwien/posts/2588324417885115?comment_id=2617526511631572¬if_id=1569580967832638¬if_t=feed_comment_reply


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme (Internet) der Wirtschaftskammer Wien keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:
Da in der beanstandeten Werbemaßnahme eine Österreichische Kabarettistin als Darstellerin verwendet wird, kann die humoristische und satirische Überzeichnung vom Großteil der Werberäte und Werberätinnen eindeutig erkannt werden. Der Vorhalt, dass es sich hierbei um eine rassistische Darstellung bzw. um Diskriminierung gegenüber Deutschen handelt, kann von der Mehrheit nicht nachvollzogen werden. Die Mehrheit betrachtet die Werbemaßnahme deshalb als unproblematisch und spricht sich für keinen Grund zum Einschreiten aus.


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