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Wiener Städtische Versicherung

01.04.2019


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Sexistische, rassistische und kolonialistisches Werbesujet der Wiener Städtischen Versicherung. In einem politischen Klima, wie es zur Zeit in Österreich existiert, ist das Bild einer älteren Frau, die umtanzt von nackten Afrikaner für eine Privatpensionsversicherung wirbt, mehr als fragwürdig. Ich glaube, ich muss den rassistischen und kolonialen Kontext dieses Bildes nicht erklären. Und den sexistischen Kontext der Sexarbeit und sexuellen Ausbeutung afrikanischer jungen Männer durch reiche, ältere, weiße Frauen ist spätestens seit Ulrich Seidls Film "Paradies Liebe" ein Begriff. Dass jetzt eine Versicherung ihre privaten Zusatzpensionsoptionen mit so einem Bild bewirbt ist spätestens jetzt im Zusammenhang mit der 1,50 Euro Stundenlohn Debatte, die Schutzsuchende Menschen aus Afrika für Sklavendienste erhalten sollen, unerträglich. Ich fordere Sie auf, die Wiener Städtische auf diese hoffentlich unbeabsichtigte Botschaft, die dieses unsägliche Sujet transportiert hinzuweisen und sie aufzufordern, es sofort aus dem öffentlichen virtuellen und realen Raum zu entfernen. Bitte halten Sie mich in dieser Sache auf dem Laufenden.


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat sieht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahmen (Plakat) der Wiener Städtische Versicherung AG keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:

Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sprechen sich für keinen Grund zum Einschreiten aus, da die Werbemaßnahme nicht darauf abzielt, die Protagonisten auf eine abwertende Weise darzustellen. Diese werden im beanstandeten Sujet weder auf ihren Körper bzw. ihre Geschlechtsmerkmale reduziert, noch auf eine sexualisierte oder rassistische Weise dargestellt.

Das beanstandete Sujet zeigt eine Dame, die von zwei afrikanischen Männern umgeben ist, da sie ihren Urlaub offenbar in Afrika verbringt. Die beiden Männer tragen traditionelle afrikanische Bekleidung und Bemalung sowie traditionellen afrikanischen Schmuck. Der Vorhalt, dass es sich hierbei um eine sexualisierte Darstellung handelt, kann von der absoluten Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen nicht nachvollzogen werden. Auch den Vorhalt, dass die Darstellung der Protagonisten rassistisch wäre, kann der Großteil der Werberäte und Werberätinnen nicht nachvollziehen.

 


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