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ÖBB

28.10.2019


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Sehr geehrte Damen und Herren! Ich reiche gegen die ÖBB-Werbekampagne "Pass auf dich auf" eine Beschwerde ein. Die darin verwendeten Sujets mit behinderten Menschen sollen als Abschreckung und Gefahrenwarnung für Fehlverhalten dienen. Dies finde ich als betroffener behinderter Mensch im Rollstuhl geschmacklos und entwürdigend. Durch dieses Darstellung wird die Notwendigkeit, Rollifahrer zu sein total negativ besetzt – in dem Sinne, dass dieser „UNWÜRDIGE“ (!!) Zustand unbedingt verhindert werden muss. Auch dies empfinde ich als diskriminierend. Denn: Rollifahrer zu sein ist für Betroffene nicht negativ besetzt. Mann/Frau lebt sein/ihr Leben, wie jeder andere Mensch auch. Die ÖBB muss diese Kampagne sofort zurückziehen.
Gab 2006 eine ähnliche Kampagne des Verkehrsministeriums gegen die ich mit einem Schlichtungsverfahren nach dem Behindertengleichstellungsgesetz vorgegangen bin -> Kampagne wurde umgegehnd zurückgezogen und ich erhielt eine Entschuldigung für dieses unwürdige Sujet.
https://www.bizeps.or.at/schlichtungen/diskriminierende-werbung-des-ministeriums/
Ich reiche diese Beschwerde beim Werberat ein und bitte für die Einstellung dieser Kampagne aktiv zu werden.


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Das Unternehmen hat nach der Kontaktaufnahme seitens des ÖWR reagiert und das beanstandete Sujet zurückgezogen. Dieses wird in Zukunft nicht mehr verwendet.

Das Beschwerdeverfahren des ÖWR  sieht bei einer Rücknahme einer beanstandeten Werbemaßnahme durch das Unternehmen keine weitere Behandlung der Beschwerde vor. Das Verfahren ist hiermit abgeschlossen.

Der Österreichische Werberat dankt dem Unternehmen für die rasche Umsetzung und Kooperation.

Nachstehend die Stellungnahme des Unternehmens:

Da die Darstellung aber in der aktuellen Form gem. dem Ethik-Kodex anscheinend als Grenzfall zu werten ist, werden wir umgehend mit dem österreichischen Behindertenrat das Gespräch suchen, um die fallweise negative Einschätzung entsprechend zu verstehen und damit auch besser in der werblichen Umsetzung darauf Rücksicht nehmen zu können.

Nochmals außerordentlich betonen möchten wir, dass uns Menschen mit Behinderung wichtig sind und es in keinster Weise beabsichtigt war, diese mit der Aussage der Werbesujets zu diskriminieren. Die Kampagne „Pass auf dich auf“ wird daher mit heutigem Tag (31.10.2019) in den kommerziellen Medien eingestellt und von einem zweiten geplanten Kampagnenflight in dieser Form wird abgesehen. Auf der Website der ÖBB Infrastruktur ist die Kampagne in abgeänderter Form weiterhin präsent. Eine generelle Anpassung der Sujets wird nach dem Gespräch mit dem österreichischen Behindertenrat evaluiert.


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