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Beschwerde

10.02.2019


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S.g. Damen und Herren,
ich möchte mich über einen TV-Spot der Firma XXXLutz, der aus nachfolgendem Link ersichtlich ist, beschweren, da ich diesen Spot als diskriminierend empfinde:
https://www.youtube.com/watch?v=8lLUa9jWMN0
Im Spot sieht man, wie sich eine ältere Dame neben Richard Lugner, der gerade dabei ist, bei einer Pressekonferenz seinen Gast für den nächsten Opernball zu präsentieren, setzt. Als ein Journalist ruft: "Eine Dame in Ihrem Alter!", sagt Lugner: "Wos? Die doch net!", wendet sich von der älteren Dame ab und der zu seiner anderen Seite sitzenden jungen Blondine, die seine Enkelin sein könnte, zu. Die altersdiskriminierende Botschaft dieses TV-Spots ist offenkundig ein bewusster Teil der Inszenierung, der mir unangemessen erscheint. Ich bitte Sie um Prüfung und weitere Veranlassung.


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Entscheidung:
Der Österreichische Werberat spricht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme „XXXLutz Werbung mit Richard Lugner“ (TV-Spot) des Möbelhauses XXXLutz die Aufforderung in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen sensibler vorzugehen aus.

Begründung:
Obwohl die werbliche Überzeichnung klar erkennbar ist, stuft der Großteil der Werberäte und Werberätinnen den beanstandeten TV-Spot im Hinblick auf Diskriminierung gegenüber älteren Menschen als nicht ausreichend sensibel ein. Kritisiert wird dabei vor allem die Ausdrucksweise des Protagonisten, durch die eine respektlose und abwertende Haltung gegenüber der älteren Dame unterstrichen wird. Darüber hinaus geben die Werberäte und Werberätinnen zu bedenken, dass es sich um eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts, insbesondere älterer Frauen, handelt. 

Die Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen ist der Auffassung, dass die beanstandete Werbemaßnahme hinsichtlich des Ethik-Kodex der Werbewirtschaft, konkret Artikel 1.1. Allgemeine Werbegrundsätze, 2.1. Geschlechterdiskriminierende Werbung, 2.3. Ältere Menschen und 1.2. Ethik und Moral nicht sensibel genug gestaltet wurde.

1.1 Allgemeine Werbegrundsätze
1. Werbung darf nicht die Würde des Menschen verletzen, insbesondere durch eine entwürdigende Darstellung von Sexualität oder anderweitig diskriminierende Darstellungen.
4. Werbung darf nicht gegen die allgemein anerkannten guten Sitten verstoßen.

2.1. Geschlechterdiskriminierende Werbung
Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liegt insbesondere vor, wenn
a) Personen auf abwertende, verächtlich machende oder verspottende Weise dargestellt werden,

2.3. Ältere Personen
1. Jede diskriminierende Darstellung und verbale Äußerung über ältere Personen, besonders in Kombination mit Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, ist zu vermeiden. Im Besonderen dürfen ältere Personen nicht vordergründig naiv, inkompetent oder lächerlich abgebildet werden. 
2. Ältere Menschen sind in der Darstellung nicht auf ihre Defizite zu reduzieren. Besonders bei einer vergleichenden Gegenüberstellung mit anderen Generationen ist sensibel vorzugehen.

1.2. Ethik und Moral
1. Werbung trägt soziale Verantwortung.
1.1. Werbung hat die menschliche Würde und Unversehrtheit der Person zu achten und darf diese nicht verletzten.
1.2. Werbung darf niemanden mittelbar oder unmittelbar diskriminieren oder Diskriminierung fördern, insbesondere aus Gründen des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, der Staatsbürgerschaft, des sozialen Status, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Orientierung oder sonstiger Gründe.

 


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