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ÖWR 2016 - Selbstregulierung als etabliertes Instrument

30.03.2017

Österreichischer Werberat 2016
Selbstregulierung als etabliertes Instrument

Grundlegende Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Intensivierung des persönlichen Erfahrungsaustauschs, neue strategische Partner oder auch die Einrichtung eines Ethik-Senats sind nur einige der Arbeitshighlights des vergangenen Werberat-Jahres.

Wien, 28. März 2017 - Mit einer umfangreichen Änderung der Statuten startete der Österreichische Werberat ins Jahr 2016. Im Rahmen mehrerer Arbeitsgruppensitzungen mit Vertretern des Vorstandes und der Geschäftsstelle des ÖWR sowie beratender Unterstützung eines Rechtsexperten wurden die über die Jahre unübersichtlich gewordenen Statuten einer Generalsanierung unterzogen.

„Neben dem Arbeitsauftrag zur Strukturierung stand dabei auch die Modernisierung des Wahlmodus für die Werberäte und Werberätinnen im Fokus“, erklärt ÖWR-Präsident Michael Straberger, „darüber hinaus konnten wir damit unseren etablierten Arbeits- und Expertengruppen eine statutarische Verankerung einräumen.“

Ethik-Senat
Einen weiteren Schritt zur Qualitätssicherung setzte der Österreichische Werberat (ÖWR) mit der Einrichtung eines Ethik Senats. „Die Etablierung eines Berufungs-Senats war schon lange geplant“, erklärt Michael Straberger. Besonders erfreulich, so Straberger weiter, sei die hochkarätige Besetzung dieses Gremiums. So konnten Univ. Prof. DDr.in Bernadette KAMLEITNER (Institutsvorstand Marketing and Consumer Research – WU-Wien), Mag.a Dagmar LANG, MBA (Herausgeberin – Geschäftsführerin Manstein-Zeitschriften-Verlag), Univ. Prof. Dr. Heinz WITTMANN (Jurist; Herausgeber der Zeitschrift „Medien und Recht“), Dr. Wolfgang BUCHNER (Rundfunkjurist; eh. Personalchef des ORF) sowie Mag. Paul PICHLER (Rechtsanwalt – Kanzlei Paul Pichler) als Mitglieder gewonnen werden.

Der Ethik-Senat ist als unabhängiger Berufungs-Senat zur Überprüfung der Urteils-Sprüche des Österreichischen Werberates bestellt. Mit anderen Worten: Wird ein Unternehmen durch eine Entscheidung der Werberäte und Werberätinnen aufgefordert seine Werbemaßnahme einzustellen („Stopp-Entscheidung des Werberates“) kann es gegen diese Entscheidung Einspruch erheben. Dieser Einspruch langt beim Ethik-Senat ein und muss innerhalb von drei Werktagen bearbeitet werden.

„Wichtig ist, dass wir Unternehmen die Möglichkeit einräumen, gegen eine Stopp-Entscheidung unserer Werberäte und Werberätinnen argumentieren zu können“, erklärt Straberger. Doch eines ist dabei zu beachten: „Um ein Gremium dieser Ranghöhe und Experten überzeugen zu können, bedarf es weit mehr als standardisierter Floskeln und Inhalte. Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse oder auch Marktforschungszahlen sind jedem Einspruchwerber anzuraten“.

ÖWR on Tour
Wie bereits in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2016 geprägt von zahlreichen Veranstaltungsteilnahmen und Arbeitsmeetings zu den verschiedensten Themenbereichen. Die ÖWR-Tour führte ins In- und Ausland, an Hochschulen, in zahlreiche Bundesländer oder auch zu Ministerien und anderen Interessensvertretern. „Wichtig dabei, ist stets die Stärkung der und das Verständnis für Selbstregulierung der Österreichischen Werbewirtschaft und das, bei den unterschiedlichsten Zielgruppen“, so Michael Straberger.

Neue Mitglieder
„Besonders erfreulich war im Reigen des Gedankenaustausches die Intensivierung der Gespräche mit der Spirituosenindustrie, mit dessen Verband wir einen strategisch wichtigen neuen Partner als förderndes Mitglied gewinnen konnten“ zeigt sich Straberger erfreut. „In einem sensiblen Bereich wie der Kommunikation von alkoholhaltigen Getränken ist es wichtig“, so Straberger weiter, „mit anderen Verbänden zu kooperieren und somit bereits im Vorfeld ethische und moralische Standards zu etablieren“.

Einerseits beziehen Spirituosenhersteller einmal mehr Stellung und bekennen sich zu einer verantwortungsvollen Vermarktung von Spirituosen als Genussmittel. Anderseits ist es ein wichtiges Signal für gesamte Branchenbereiche und Wirtschaftsindustrien, ihre Verantwortung zu übernehmen und der Selbstregulierung von Wirtschaftswerbung ihr Vertrauen zu schenken.

Zusätzlich dazu konnten die Unternehmen XXX-Lutz als weiteres förderndes Mitglied sowie Manner als Unterstützer gewonnen werden. „Das Bekenntnis jedes einzelnen Unternehmens zum System der Selbstregulierung ist für uns von großer Bedeutung“, erklärt ÖWR-Präsident Michael Straberger. „Nur wenn alle Marktteilnehmer der Kommunikationsbranche Selbstregulierung aktiv leben und in ihrer Verantwortung vorleben, können wir Kraft unserer Mitglieder auch in Zukunft den Kampf gegen Werbeverbote weiterführen“.

Mentoring-Programm
Anfang Juni 2016 endete die Laufzeit des ersten ÖWR-Mentoring Programms. Mit dem Ziel im gegenseitigen Austausch der Generationen neue Erfahrungen auf beiden Seiten zu gewinnen und für den persönlichen Werdegang umzusetzen, hat der Österreichische Werberat mit Juni 2015 erstmalig ein 12-monatiges Mentoring-Programm gestartet. Rekrutiert wurden 14 Mentoring-Tandems die sich aus Experten des „Etablierten Werberat Gremiums“ sowie Mitgliedern der „Jungen Werberäte“ zusammensetzten.

Zum Abschluss bot ein gemeinsames Frühstück den Teilnehmern die Möglichkeit zum Austausch von Gedanken als auch einen Rahmen für Anregungen und Feedback.
„Beim Erfahrungsaustausch haben wir uns auf Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung konzentriert. Das Mentoring-Programm hat mir überdies eine sehr gute Plattform geboten, Kontakte in der Werbe- und Medienbranche zu knüpfen als auch Einblicke in den Arbeitsalltag meines Mentors zu erlangen“, so ein Mitglied des Jungen Werberates. Neben wertvollen Einblicken in die Strukturen der Berufswelt sowie die Unterstützung bei der Umsetzung eigener Ideen stand aber vor allem die Win-Win Situation für alle AkteurInnen im Mittelpunkt. Andrea Stoidl, Geschäftsführerin des Österreichischen Werberates sieht Chancen gleichermaßen für die Mentoring-Paare als auch für Unternehmen und die Gesellschaft: „Es handelt sich um ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Durch das Mentoring Programm war es den Experten aus der Wirtschaft möglich, Einblicke in Situation von Nachwuchskräften zu erlangen sowie die eigene Coaching-Kompetenz zu steigern.“

Ob es eine Weiterführung des Programms geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Potential und Interesse ist jedenfalls groß von beiden Seiten gegeben.

Anhang zum Ethik-Kodex
Als eines der ersten gemeinsamen Projekte des Österreichischen Werberates mit dem Verband der österreichischen Spirituosenindustrie wurde ein Kommunikationskodex entworfen und publiziert. Im Detail entwickelte die österreichische Spirituosenindustrie einen Kommunikationskodex, der an Themen des Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft angelehnt und mit dem Österreichischen Werberat abgestimmt wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Bereichen „Kinder und Jugendliche“ und dem „verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken“.

Der Kommunikationskodex ist als Anhang des Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft zu verstehen und dient als Grundlage der Entscheidungen der Österreichischen Werberäte und Werberätinnen.

Über den Österreichischen Werberat
Der Österreichische Werberat (ÖWR) ist ein unabhängiges Organ des Vereines „Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft“. Der ÖWR fördert mittels freiwilliger Selbstbeschränkung der Österreichischen Werbewirtschaft das verantwortungsbewusste Handeln der Werbewirtschaft und ihr Ansehen in der Öffentlichkeit. Die Zuständigkeit des Werberates erstreckt sich auf alle Maßnahmen im Bereich Wirtschaftswerbung. Im Detail hat der ÖWR die Aufgabe Fehlentwicklungen bzw. Missbräuche in der Werbung zu korrigieren und dient damit sowohl dem Konsumenten als auch verantwortungsbewussten Werbeunternehmen.

Pressekontakt:
Mag.a Andrea Stoidl
Österreichischer Werberat
Tel. Nr. +43 (05) 90 900-3584
eMail: andrea.stoidl@werberat.at
Internet: www.werberat.at

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